6. Erfolg bringt IM Alexander Bertagnolli alleinige Führung in der Bestenliste beim Kalterer Osterturnier.
Mit seinem 6. Sieg beim heimischen Osterturnier am...
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- Martin Kowalczyk
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Hierzulande freut man sich über neue Rekordbeteiligungen erreicht man die Zahl 145 wie beim 21. Bozner Open oder 155 bei der 8. Auflage der Kalterer Trophy. Ganz andere Maßstäbe herrschten über die vergangenen Osterfeiertage vom 2. bis 6. April im Karlsruher Kongresszentrum (im Titelbild einer der beiden Spielsäle). Dort lockte ein Preisgeld von 285.000 € nahezu 4000 Denksportler-innen aus über 60 Nationen an und war damit laut Medienberichten das größte Turnier der Welt. Mitten drin auch ein Dutzend Südtiroler, die zwar vom Preiskuchen nichts abbekommen haben, aber dennoch größtenteils nicht mit leeren Händen die Heimreise antreten mussten.
Zur Auswahl hatten die Teilnehmer-innen je drei Open über 9 Runden im klassischen Stil A, B und C sowie drei im Freestyle. Dies ist eine vom Ex Weltmeister Bobby -Fischer entwickelte Variante in der die Figuren auf der Grundreihe zufällig angeordnet werden. Und gerade diese Variante lockte nahezu die gesamte Weltelite an außer die 8 Finalisten am Kandidatenturnier, die derzeit auf Zypern den Herausforderer für den nächsten Weltmeisterschaftskampf ermitteln. Dem Sieger winkten dabei immerhin 60.000 € Diesen Betrag bekam der Wertungssieger GM Vincent Keymer aus Deutschland zwar nicht, da er mit seinen 7,5 Punkten den Preis mit seinem punktegleichen Französischen Teamkollegen beim Deutschen Rekordmeister Baden Baden teilen musste. Je 50.000 € in 5 Tagen Schach sind aber für diesen Sport keineswegs alltäglich. Elofavorit und Ex Weltmeister GM Magnus Carlsen konnte zwar die Gruppe der 7 Spieler mit je 7 Zählern anführen beendete aber den Wettkampf lediglich auf Platz drei.
Die Südtiroler bevorzugten aber ausnahmslos die drei Open im klassischen Schach. Obwohl im A Open (Elo mehr als 1950) unter den 1098 Eingeschriebenen 28 GM dabei waren hat am Ende die Startnummer 18, der Usbekische IM Mukhammadzokhid Suyarov die Tabelle mit seinen 8 Zählern vor den beiden punktegleichen GM Dominik Horvath (AUT) und, Chongsheng Zeng (CHN) angeführt. Als bester Südtiroler landete die Startnummer 62 FM Nicholas Paltrinieri mit seinen 6 Siegen auf Rang 87. Der Kalterer, der nun allerdings in Freiburg lebt war bis in Runde 8 sogar auf Kurs seiner 2. IM Norm, bevor im der Deutsche Pascal Brunke durch einen vollen Punktegewinn einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Nur einen halben Punkt weniger machte der seit einigen Jahren in Südtirol lebende Ukrainer Timofey Bodrov vom ARCI-Scacchi (Rang 227) und Jonas Unterweger vom J. Richter/LASK Bozen (Rang 239). Mit einem satten +49 war die Startnummer 689 damit der Südtiroler mi dem höchsten Elozuwachs unter den 9 Teilnehmern die mit einem positiven Ergebnis die Heimreise antreten konnte. Mit einer 50% Ausbeute beendete Schachmeister Thomas Stoll aus Algund das Mega-Event. Auch er hat schon seit Jahren Südtirol verlassen und seine Zelte im Norden Frankreichs aufgeschlagen. Und schließlich konnte auch der U 18 Regionalmeister Francesco Addante (ARCI-Scacchi) mit seinen 4 Punkten und Rang 635 auf ein durchaus positives Ergebnis im A Open zurückblicken.
Sage und Schreibe 1643 Eingeschriebene hatte das B Open wo sich die Teilnehmer-innen mit weniger als 2000 Elopunkte anmelden konnten. Hier ging Oleh Mykola Terletskyi vom ARCI-Scacchi als die Nummer 2 ins Rennen. Trotz eines sehr guten Turnierverlaufs mit 7 Punkten aus den ersten 8 Begegnungen rutschte er mit der einzigen Niederlage im Finale gegen den Türken Bathuan Sutbas sofort auf Rang 25 ab. Als Trost konnte er aber den Aufstieg zum Meisterkandidaten mit über den Brenner transportieren. Seine beiden Vereinskollegen Mario Tonin und Nathan Mantuano erreichten 5 Punkte und belegten damit die Ränge 397 bzw. 409. Für den Grödner Kimo Prinoth brachten seine 4,5 Punkte zum einen den Einzug in die FIDE Eloliste und damit verbunden wohl den Aufstieg in die 1. Nationale Kategorie. Lukas Fink (Nals) schaffte es auf 4 Punkte zu kommen was Rang 1061 bedeutete und mit Position 1175 beendete Marco Narduzzo (J. Richter/LASK Bozen) das Turnier.
Schließlich war Südtirol durch den Präsidenten des SK Gröden Alex Piazza auch im Open C (Elo unter 1600) vertreten. Er kam am Ende wie Terletskyi ebenfalls auf 7 Punkte und landete damit auf Rang 22 unter den 638 Eingeschriebenen.
Alle Ergebnisse sind unter folgendem Link zu finden: https://s3.chess-results.com/tnr1384882.aspx?lan=0&art=0&turdet=YES&flag=30&SNode=S0&tno=1384882&zeilen=99999
Stand 01.01.2025 - die aktuell 10 besten Schachspieler Südtirols auf einen Blick.
| Rang | Titel | Name | Verein | ELO |
| 1 | FM | Zamengo Fulvio | Deutschnofen | 2354 |
| 2 | IM | Bertagnolli Alexander | Kaltern/Tramin | 2337 |
| 3 | FM | Seresin Francesco | Arci Scacchi | 2322 |
| 4 | FM | Wohlfahrt Herbert | Ehrenburg | 2315 |
| 5 | FM | Dappiano Andrea | Deutschnofen | 2292 |
| 6 | FM | Paltrinieri Nicholas | Kaltern/Tramin | 2258 |
| 7 | - | Lain Luigi | Deutschnofen | 2254 |
| 8 | FM | Schacher Gerd | Klausen | 2253 |
| 9 | FM | Gatterer Florian | Ehrenburg | 2240 |
| 10 | FM | Casadio Niccolò | Gröden | 2229 |